Wie entsteht Gicht?

 

Gicht ist meist das Resultat falscher Ernährung. Bis auf wenige Fälle, in denen ererbte Veranlagung oder andere Krankheiten den Anstieg der Harnsäurewerte (Hyperurikämie) im Blut verursachen, sind von Hyperurikämie - und in deren Folge von Gicht - vor allem Personen betroffen, die übergewichtig sind und unter Erkrankungen leiden, die unter dem Begriff “Wohlstandskrankheiten” zusammengefasst werden können.

 

Die Geschichte der Krankheit Gicht ist an sogenannte gute und schlechte Zeiten gebunden. Noch heute kann in vielen Ländern der direkte Zusammenhang zwischen einer “verwestlichten” Ernährung, dem Anstieg von Harnsäurewerten, der Zunahme von Fettleibigkeit und in der Folge von Gicht beobachtet werden.

 

So war Gicht z.B. in der Nachkriegszeit in Deutschland fast nicht mehr existent. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit an Nahrungsmitteln und Alkohol für jedermann zu erschwinglichen Preisen hat sich das Gichtrad aber schnell wieder gedreht.

 

Eine Hyperurikämie bedeutet zunächst nichts anderes, als dass die Harnsäurewerte im Blut bestimmte Werte überschreiten. Als Grenzwert werden 6,5ml/dl Blut genannt, weil das im Harn befindliche Natriumurat bis zu diesem Wert löslich ist und höhere Konzentrationen zur Bildung von Harnsäurekristallen führen, die sich in Gewebe und Gelenken ablagern. Die Löslichkeit ist aber von vielen Faktoren abhängig und deshalb bei jedem Menschen unterschiedlich. So lässt sich erklären, warum etwa 20 % aller Männer über 50 Jahre mehr als 6,5ml/dl Hanrsäure im Blut haben, aber nur etwa 3% Gicht entwickeln. Sicher ist, dass bei dauerhaft erhöhten Werten über 9ml/dl Harnsäure im Blut die Wahrscheinlichkeit, pro Jahr mindestens einen Gichtanfall zu erleiden, bei etwa 5 % liegt.

 

Der erste akute Gichtanfall ist dann gleichzeitig das letzte und sehr ernste Warnzeichen, um spezifische Essgewohnheiten zu verändern, um die Entwicklung einer chronischen Gicht mit all ihren möglichen Schmerzen, Problemen, Behinderungen usw. zu verhindern.

 

Wird der erste Gichtanfall falsch behandelt oder bleibt gar unbehandelt, ist die Entwicklung einer chronischen Gicht unvermeidbar.