Chronische Gicht

 

Ohne etwas zu wissen, zu sehen oder zu spüren, tragen Millionen Deutsche überhöhte Harnstoffwerte und damit die Grundlage für eine Gichterkrankung im Blut.

 

Die erhöhten Harnsäurewerte im Blut führen dazu, dass sich harnsaure Salze verfestigen und sich als harte Kristalle in den Gelenken ablagern. Diese Ablagerungen haben nicht nur extreme und anhaltende Schmerzen, sondern auch Deformitäten zur Folge, die letztlich zur Immobilität und Invalidität führen können.

 

Grundsätzlich gilt, dass der erste akute Gichtanfall das letzte Warnzeichen vor der Entwicklung einer chronischen Gicht und die letzte Chance für eine Umstellung von Essgewohnheiten ist.

Kein Gichtpatient darf auf diese Chance verzichten und sollte seine erhöhten Harnsäurewerte durch gezielt purinarme Ernährung dauerhaft in ein normales Niveau führen. Doch gibt es Situationen - wie z.B. Erbanlagen - bei denen auch optimale Ernährung allein nicht ausreicht, um dieses Ziel zu erreichen. In diesen Fällen verschreibt der behandelnde Arzt Medikamente, welche die richtige Ernährung aber in keinem Fall ersetzen.

 

Die Entwicklung einer chronischen Gicht mit nicht wieder rekonstruierbaren, verformten Gelenken, Mobilitätseinschränkungen und anhaltenden Beschwerden ist abwendbar und deshalb heute seltener geworden. Werden purinreiche Ernährung und Alkohol (insbesondere Bier) gemieden, regelmäßige Harnsäurebestimmungen beim Arzt vorgenommen und spezifische Bewegungstherapie gezielt eingesetzt, ist die Chance groß, dass der erste Gichtanfall gleichzeitig das letzte schmerzhafte Erlebnis mit Bezug zu Gicht war.

 

Patienten mit fortgeschrittener chronischer Gicht profitieren von gezielten Rehamaßnahmen, mit denen die Beweglichkeit und Mobilität so gut wie möglich wieder hergestellt werden. Der Begriff Rehabilitation umfaßt alle Maßnahmen, die geeignet sind, einen kranken oder behinderten Menschen in das berufliche und/oder gesellschaftliche Leben wiedereinzugliedern. Kann dieses Ziel mit den Mitteln eines niedergelassenen Arztes nicht oder unvollständig erreicht werden, kann stationäre Rehabilitation hilfreich sein und verordnet werden.